Präpositionen im Deutschen: Fälle und Verwendung

Präpositionen zeigen, in welcher Beziehung Wörter zueinander stehen. Sie beschreiben zum Beispiel, wo sich etwas befindet, wohin jemand geht, wann etwas passiert oder aus welchem Grund etwas geschieht. Präpositionen stehen immer bei einem Nomen oder Pronomen und bestimmen, welcher Fall folgt.
Beispiele:
- Ich gehe in die Schule. Die Richtung verlangt den Akkusativ.
- Das Buch liegt auf dem Tisch. Der Ort verlangt den Dativ.
- Wegen des Regens bleiben wir zu Hause. Wegen steht mit dem Genitiv.
Präpositionen mit Akkusativ
Nach diesen Präpositionen steht immer der Akkusativ:
- durch – durch etwas hindurch
Ich gehe durch den Park. - für – zugunsten von, bestimmt für
Das ist ein Geschenk für dich. - gegen – im Gegensatz zu, gegen jemanden
Wir spielen gegen die Mannschaft. - ohne – nicht mit
Ich trinke Kaffee ohne Zucker. - um – rund um; bei einer Uhrzeit
Wir sitzen um den Tisch.
Um acht Uhr gehe ich schlafen.
Präpositionen mit Dativ
Nach diesen Präpositionen steht immer der Dativ:
- aus – aus einem Ort oder von innen nach außen
Ich komme aus Ungarn. - außer – mit Ausnahme von
Alle kommen außer mir. - bei – an einem Ort oder bei einer Person
Ich wohne bei meinen Eltern. - mit – gemeinsam mit
Ich gehe mit meiner Freundin ins Kino. - nach – zeitlich danach oder in Richtung eines Ortes
Nach der Schule spiele ich Fußball.
Wir fahren nach Berlin. - seit – von einem Zeitpunkt bis heute
Ich wohne seit einem Jahr in Wien. - von – ausgehend von oder stammend von
Das Geschenk ist von meiner Tante. - zu – in Richtung einer Person oder eines Ortes
Ich gehe zu meiner Oma. - gegenüber – auf der anderen Seite, vis-à-vis
Das Kino liegt gegenüber der Kirche.
Präpositionen mit Genitiv
Nach diesen Präpositionen steht grammatikalisch der Genitiv. In der Alltagssprache werden einige davon häufig auch mit dem Dativ verwendet, korrekt ist hier jedoch der Genitiv.
- anstatt / statt – anstelle von
Anstatt eines Kuchens kaufe ich Obst. - trotz – obwohl etwas der Fall ist
Trotz des Regens gehen wir spazieren. - während – in einem Zeitraum
Während des Essens spricht man nicht. - wegen – aus einem bestimmten Grund
Wegen des Wetters bleiben wir zu Hause. - innerhalb – im Inneren oder innerhalb eines Zeitraums
Innerhalb einer Woche musst du bezahlen. - außerhalb – nicht innerhalb eines Bereichs
Außerhalb der Stadt ist es ruhiger. - diesseits – auf dieser Seite
Diesseits des Flusses gibt es ein Dorf. - jenseits – auf der anderen Seite
Jenseits der Grenze ist ein anderes Land. - oberhalb – über etwas
Oberhalb der Stadt liegt eine Burg. - unterhalb – unter etwas
Unterhalb des Berges fließt ein Fluss.
Wechselpräpositionen
Wechselpräpositionen können mit Akkusativ oder Dativ stehen. Entscheidend ist die Bedeutung:
- Akkusativ: Bewegung oder Richtung – wohin?
- Dativ: Ort oder Zustand – wo?
- an
Akkusativ: Ich hänge das Bild an die Wand.
Dativ: Das Bild hängt an der Wand. - auf
Akkusativ: Ich lege das Buch auf den Tisch.
Dativ: Das Buch liegt auf dem Tisch. - hinter
Akkusativ: Er geht hinter das Haus.
Dativ: Er sitzt hinter dem Haus. - in
Akkusativ: Ich gehe in die Schule.
Dativ: Ich bin in der Schule. - neben
Akkusativ: Sie stellt den Stuhl neben das Bett.
Dativ: Der Stuhl steht neben dem Bett. - über
Akkusativ: Das Flugzeug fliegt über die Stadt.
Dativ: Das Bild hängt über dem Bett. - unter
Akkusativ: Die Katze läuft unter den Tisch.
Dativ: Die Katze schläft unter dem Tisch. - vor
Akkusativ: Er stellt das Auto vor das Haus.
Dativ: Das Auto steht vor dem Haus. - zwischen
Akkusativ: Ich stelle den Tisch zwischen die Stühle.
Dativ: Der Tisch steht zwischen den Stühlen.
An oder auf?
Wann verwendet man „an“?
An verwendet man häufig, wenn sich etwas an einer vertikalen Fläche oder an einer Grenze befindet. Das gilt auch für die Nähe zu einem Gewässer oder zu einer Grenzlinie.
- an der Wand, am Fenster oder an der Tür
- an einem See, einem Fluss oder am Meer
- an einer Grenze
Beispiele für eine Richtung mit Akkusativ:
- Ich hänge das Bild an die Wand.
- Wir fahren ans Meer.
- Er stellt sich an die Tür.
Beispiele für einen Ort mit Dativ:
- Das Bild hängt an der Wand.
- Wir wohnen am Fluss.
- Jemand steht an der Grenze.
Wann verwendet man „auf“?
Auf verwendet man häufig, wenn sich etwas auf einer waagerechten Fläche befindet oder auf eine solche Fläche gestellt wird. Die Präposition wird außerdem verwendet, wenn man zu einer Institution oder einer Behörde geht.
- auf dem Tisch, auf dem Regal oder auf dem Boden
- auf einer erhöhten waagerechten Fläche
Beispiele:
- Ich lege das Buch auf den Tisch.
- Das Buch liegt auf dem Tisch.
Praktische Schritte zum Lernen
- Lerne jede Präposition gemeinsam mit ihrem Fall: zum Beispiel für + Akkusativ oder mit + Dativ.
- Schreibe zu jeder Präposition einen eigenen Beispielsatz.
- Frage bei Wechselpräpositionen zuerst: Wo? oder Wohin?
- Markiere in deinen Sätzen die Präposition und den dazugehörigen Artikel.
- Übe besonders die Unterschiede zwischen an und auf mit Orts- und Richtungsangaben.