Substantivierte Adjektive im Deutschen

Im Deutschen können Adjektive als Nomen verwendet werden. In diesem Fall werden sie großgeschrieben und wie Adjektive dekliniert. Substantivierte Adjektive bezeichnen häufig Personen, Personengruppen oder abstrakte Begriffe.
Wie funktionieren substantivierte Adjektive?
Die Grundstruktur lautet:
Artikel oder anderes Begleitwort + Adjektivendung + substantiviertes Adjektiv
Der Artikel und die Endung zeigen dabei unter anderem das Geschlecht, den Fall und die Zahl an.
- der Kranke – ein kranker Mann
- die Kranke – eine kranke Frau
- die Kranken – kranke Menschen
- der Deutsche – ein deutscher Mann
- die Deutsche – eine deutsche Frau
- das Gute – etwas Gutes oder das Gute
- das Neue – etwas Neues oder das Neue
Deklination
Substantivierte Adjektive werden grundsätzlich nach den Regeln der Adjektivdeklination flektiert. Die Endung hängt vom Artikel, vom Fall, vom Geschlecht und von der Zahl ab.
Mit bestimmtem Artikel: schwache Deklination
- Nominativ: der Kranke, die Kranke, das Kleine, die Kranken
- Akkusativ: den Kranken, die Kranke, das Kleine, die Kranken
- Dativ: dem Kranken, der Kranken, dem Kleinen, den Kranken
- Genitiv: des Kranken, der Kranken, des Kleinen, der Kranken
Mit unbestimmtem Artikel: gemischte Deklination
- Nominativ: ein Kranker, eine Kranke, ein Kleines
- Akkusativ: einen Kranken, eine Kranke, ein Kleines
- Dativ: einem Kranken, einer Kranken, einem Kleinen
- Genitiv: eines Kranken, einer Kranken, eines Kleinen
Im Plural gibt es keinen unbestimmten Artikel. Deshalb heißt es zum Beispiel Kranke oder viele Kranke, nicht „eine Kranken“.
Typische Bedeutungsgruppen
Personen nach einer Eigenschaft
- die Reichen – reiche Menschen
- die Armen – arme Menschen
- die Alten – ältere Menschen
- die Jungen – junge Menschen
- die Verletzten – verletzte Menschen
- die Toten – tote Menschen
Nationalitäten
- der Deutsche – ein deutscher Mann
- die Deutsche – eine deutsche Frau
- die Deutschen – deutsche Menschen
- ein Franzose oder der Franzose – eine eigene Personenbezeichnung
Die Form die Französische kann in einer abstrakten Verwendung vorkommen. Für eine Person wird normalerweise die Französin gesagt.
Abstrakte Begriffe
- das Gute – das Gute
- das Böse – das Böse
- das Neue – das Neue
- das Alte – das Alte
Beispiele in Sätzen
- Der Kranke liegt im Bett.
- Die Kranke braucht Hilfe.
- Die Kranken warten im Krankenhaus.
- Das Gute überwiegt das Böse.
- Viele Alte leben allein.
- Die Armen brauchen Unterstützung.
- Der Deutsche arbeitet hier seit Jahren.
- Die Deutsche ist meine Kollegin.
- Die Deutschen sind pünktlich.
- Ich schätze das Neue sehr.
- Die Wartenden stehen vor dem Gebäude. – die Menschen, die warten
Typische Fehler
- Kleinschreibung: Richtig ist der Kranke, nicht „der kranke“.
- Falsche Endung: Richtig ist zum Beispiel ein Kranker im Nominativ und einen Kranken im Akkusativ.
- Den Artikel nicht beachten: Vergleichen Sie der Kranke, ein Kranker und Kranke ohne Artikel im Plural.
- Zu wörtlich übersetzen: Substantivierte Adjektive werden in anderen Sprachen oft mit einer Umschreibung wiedergegeben, etwa „die Wartenden“ als „die Menschen, die warten“.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Substantivierte Adjektive werden immer großgeschrieben.
- Sie stehen häufig mit einem Artikel oder einem anderen Begleitwort.
- Ihre Endung richtet sich nach Fall, Geschlecht und Zahl.
- Sie können Personen, Personengruppen oder abstrakte Begriffe bezeichnen.
Praktische Schritte zum Üben
- Markieren Sie in einem deutschen Text Wörter wie die Reichen, das Gute oder die Verletzten.
- Bestimmen Sie den Artikel, den Fall und die Zahl.
- Prüfen Sie die Endung des substantivierten Adjektivs.
- Formulieren Sie eigene Sätze mit der Kranke, die Alten und das Neue.
- Üben Sie die Formen paarweise: ein Kranker – einen Kranken oder der Kleine – dem Kleinen.