Die Verwendung der zu + Infinitiv-Konstruktion

Bei der zu + Infinitiv-Konstruktion steht neben dem konjugierten Verb ein weiteres Verb im Infinitiv mit zu. Diese Konstruktion ersetzt häufig einen dass-Nebensatz und macht den Satz kürzer und einfacher.
Beispiel: Ich hoffe, morgen früher aufzustehen. Ein entsprechender dass-Satz lautet: Ich hoffe, dass ich morgen früher aufstehe.
Warum verwendet man zu + Infinitiv?
Die Konstruktion hat mehrere Vorteile:
- Der Nebensatz benötigt keine besondere Wortstellung mit dem konjugierten Verb am Satzende.
- Das zweite Verb muss nicht noch einmal konjugiert werden.
- Das Subjekt muss nicht wiederholt werden, wenn es im Hauptsatz und im Infinitivsatz gleich ist.
Wann ist die Konstruktion möglich?
Die zu + Infinitiv-Konstruktion wird grundsätzlich verwendet, wenn das Subjekt des Hauptsatzes und das gedachte Subjekt des Infinitivs übereinstimmen.
Beispiel: Sie behauptet, klug zu sein.
Wenn die beiden Subjekte verschieden sind, verwendet man normalerweise einen dass-Satz.
Verben, nach denen häufig zu + Infinitiv steht
- hoffen
- wünschen
- versuchen
- beginnen und anfangen
- aufhören
- lernen
- vergessen
- versprechen
- planen
- sich freuen
Beispiele:
- Er versucht, weniger Zucker zu essen.
- Wir planen, im Sommer nach Italien zu fahren.
- Ich habe vergessen, dir zu schreiben.
Nach unpersönlichen Ausdrücken
Nach Ausdrücken mit es ist steht ebenfalls häufig die zu + Infinitiv-Konstruktion.
- Es ist leicht, einen Kuchen zu backen.
- Es ist schwer, eine neue Sprache zu lernen.
- Es ist interessant, alte Bücher zu lesen.
Weitere unpersönliche Konstruktionen
Auch nach den folgenden festen Wendungen kann ein Infinitiv mit zu stehen:
- Es freut mich, dich hier zu sehen.
- Es gelingt mir, pünktlich zu sein.
- Es tut mir leid, dich zu enttäuschen.
- Es gefällt mir, neue Dinge zu lernen.
- Es macht mir Spaß, Musik zu hören.
Die Stellung von zu im Satz
Bei Modalverben
Wenn ein Modalverb zusammen mit einem weiteren Verb im Infinitiv steht, befindet sich zu zwischen dem Vollverb und dem Modalverb.
Ich hoffe, dich morgen sehen zu können.
Im Perfekt
Bei der Infinitivkonstruktion im Perfekt steht zu zwischen dem Partizip II und dem Hilfsverb.
Er behauptet, das Bild schon gesehen zu haben.
Bei trennbaren Verben
Bei einem trennbaren Verb steht zu zwischen der Vorsilbe und dem Verb.
- Ich habe beschlossen, das Fenster aufzumachen.
- Sie hofft, die Aufgabe rechtzeitig abzugeben.
Verben ohne zu
Nach bestimmten Verben steht der zweite Infinitiv ohne zu. Dazu gehören:
- Modalverben: können, müssen, sollen, wollen, dürfen, mögen
- lassen
- Bewegungsverben wie gehen, kommen und fahren
- bleiben
- lernen und lehren
- Wahrnehmungsverben wie hören, sehen, spüren und fühlen
Beispiele:
- Ich kann heute nicht schwimmen.
- Er lässt mich arbeiten.
- Wir gehen einkaufen.
- Ich höre ihn lachen.
Zusammenfassung
- Die zu + Infinitiv-Konstruktion steht häufig nach bestimmten Verben, unpersönlichen Ausdrücken und festen Wendungen.
- Sie wird oft verwendet, wenn das Subjekt des Hauptsatzes und des Infinitivs gleich ist.
- Die Position von zu hängt unter anderem davon ab, ob ein Modalverb, das Perfekt oder ein trennbares Verb verwendet wird.
- Nach bestimmten Verben steht der Infinitiv ohne zu.
Die Konstruktion kommt in der alltäglichen deutschen Kommunikation sehr häufig vor. Deshalb lohnt es sich, sie früh zu lernen und regelmäßig zu üben.
Praktische Schritte zum Üben
- Schreiben Sie zu jedem der häufigen Verben einen eigenen Beispielsatz.
- Formulieren Sie einen dass-Satz und ersetzen Sie ihn anschließend durch eine zu + Infinitiv-Konstruktion.
- Üben Sie getrennt die drei wichtigen Fälle: Modalverb, Perfekt und trennbares Verb.
- Merken Sie sich auch einige häufige Verben, nach denen kein zu steht.