Online-Betrug in Österreich: Phishing, Fake-Shops und Social-Media-Betrug

Aktualisiert: 2026-10-26
Online-Betrug in Österreich: Phishing, Fake-Shops und Social-Media-Betrug

Online-Betrüger nutzen häufig dieselben Schwachstellen: Zeitdruck, Neugier und zu gute Angebote. Die Methoden reichen von Phishing über betrügerische Webshops bis zu gefälschten Nachrichten in sozialen Medien. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten und wohin Sie sich in Österreich wenden können.

Kurz zusammengefasst:

Was ist Phishing und wie funktioniert es?

Der Begriff Phishing setzt sich aus „password“ und „fishing“ zusammen. Betrüger versuchen, vertrauliche Daten zu stehlen, etwa Zugangsdaten zum Online-Banking, zu Auktionsplattformen oder zu Webshops.

Typischerweise erhalten Sie eine E-Mail mit der Aufforderung, sich aus einem bestimmten Grund bei Ihrer Bank einzuloggen. Der enthaltene Link führt jedoch zu einer täuschend ähnlich aussehenden, gefälschten Website. Wenn Sie dort Ihre Daten eingeben, können die Täter auf Ihr Konto zugreifen und Überweisungen veranlassen. Solche Seiten verschwinden oft nach einigen Stunden oder Tagen, können bis dahin aber erheblichen Schaden verursachen.

Wie erkennen Sie eine Phishing-E-Mail?

Die wichtigste Regel lautet: Ein seriöses Unternehmen fordert Sie niemals per E-Mail auf, Ihr Passwort oder Ihre Transaktionsnummer einzugeben. Weitere Warnzeichen sind:

So schützen Sie sich vor Phishing

Wenn bereits etwas passiert ist, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank und lassen Sie Ihr Konto sperren.

Betrug in Webshops und auf Kleinanzeigen-Plattformen

Auf Kleinanzeigen- und Auktionsplattformen sowie in unseriösen Webshops werden häufig Elektronikartikel oder Markenprodukte zu auffällig niedrigen Preisen angeboten. Dabei kann es sich um Fälschungen oder gestohlene Waren handeln. In anderen Fällen ist es schlicht Betrug: Sie bezahlen, erhalten die Ware aber nie.

Achten Sie auf folgende Punkte:

Betrug in sozialen Medien

Beliebte soziale Netzwerke sind auch für Betrüger attraktive Plattformen. Sie wollen meist persönliche Daten stehlen, etwa über eine gefälschte Anmeldeseite, oder Schadprogramme verbreiten. Häufige Formen sind gefälschte Fanseiten, sich durch Anklicken verbreitende Würmer, gefälschte E-Mails im Namen des sozialen Netzwerks, Spam und unsichere Apps.

Sie können sich folgendermaßen schützen:

Wenn Sie sich bereits einen Wurm eingefangen haben, löschen Sie die von ihm erstellten Beiträge und prüfen Sie Ihre „Gefällt mir“-Angaben auf ungewöhnliche Einträge.

„Kostenlose“ Angebote und einschüchternde Rechnungen

Manche Websites werben mit kostenlosen SMS, Spielen, Rezepten, Downloads oder Wahrsagerei. Die Kosten stehen jedoch im Kleingedruckten oder in den AGB. Nach einer einfachen Registrierung können einige Wochen später Rechnungen, Mahnungen und Schreiben von Inkassobüros eintreffen.

In den meisten Fällen haben solche Unternehmen keine rechtliche Grundlage für ihre Forderung. Lassen Sie sich daher nicht durch Drohungen einschüchtern. Bei einem Probezugang sollten Sie den sofortigen Rücktritt schriftlich erklären. Wenden Sie sich bei weiteren Forderungen an eine Verbraucherschutzorganisation.

Wohin können Sie sich wenden?

Die Watchlist Internet ist ein Projekt der Internet Ombudsstelle und sammelt auch bekannte betrügerische Websites.

Häufige Fragen

Kann meine Bank mich per E-Mail nach meinem Passwort fragen?

Nein. Ein seriöses Unternehmen fragt niemals per E-Mail nach Ihrem Passwort oder Ihrer Transaktionsnummer.

Kann ich ein Produkt, das ich von einer Privatperson gekauft habe, zurückgeben?

Bei Verkäufen zwischen Privatpersonen und bei Auktionen besteht grundsätzlich kein Rücktrittsrecht.

Muss ich die Rechnung einer betrügerischen Website bezahlen?

In den meisten Fällen haben solche Unternehmen keinen Anspruch auf Zahlung. Wenden Sie sich an die Internet Ombudsstelle, die AK und den VKI.

Was ist der erste Schritt nach einem Phishing-Angriff?

Rufen Sie sofort Ihre Bank an und lassen Sie Ihr Konto sperren. Bei Betrug sollten Sie außerdem die Polizei verständigen.

Praktische Schritte im Ernstfall

  1. Klicken Sie nicht weiter auf Links und geben Sie keine weiteren Daten ein.
  2. Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank und verlangen Sie die Sperre des betroffenen Kontos oder Zugangs.
  3. Sichern Sie E-Mails, Nachrichten, Zahlungsbelege, Screenshots und Internetadressen als Nachweise.
  4. Erstatten Sie bei einem Betrug Anzeige bei der Polizei unter 133 oder 112.
  5. Wenden Sie sich für weitere Unterstützung an die Internet Ombudsstelle, Watchlist Internet, die Arbeiterkammer (AK) oder den VKI.

Diese Informationen wurden auf Grundlage von Quellen im Internet erstellt und stellen keine Beratung dar. Die Nutzung erfolgt auf eigene Verantwortung. Für eine fachliche Einschätzung wenden Sie sich an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt beziehungsweise an eine andere zuständige Fachstelle.

Quelle: oesterreich.gv.at

Ähnliche Ratgeber

Alltag

Telefon, Internet, Kabel und Parkbewilligung in der neuen Wohnung

Beim Umzug müssen Telefon, Internet und Kabelanschluss rechtzeitig übertragen oder gekündigt werden. Auch ORF-Beitrag, Parkbewilligung und Fahrzeugpapiere können betroffen sein.

Alltag

Mit Haustieren nach Österreich ziehen: Das gilt 2026

Wer mit Hund, Katze oder Frettchen nach Österreich zieht, muss einige Formalitäten beachten. Hier finden Sie die wichtigsten Regeln für 2026 im Überblick.

Alltag

Österreichische Feiertage und Schulferien 2025

Hier finden Sie die österreichischen Feiertage 2025 sowie die Termine der Semesterferien, Osterferien und Pfingstferien nach Bundesland.

Alltag

Die Geschichte und Bedeutung der österreichischen Flagge

Die rot-weiß-rote Flagge Österreichs ist eng mit der Geschichte der Babenberger und Habsburger verbunden. Ihre erste dokumentierte Verwendung reicht bis ins Jahr 1230 zurück.