Online-Betrug in Österreich: Phishing, Fake-Shops und Social-Media-Betrug

Online-Betrüger nutzen häufig dieselben Schwachstellen: Zeitdruck, Neugier und zu gute Angebote. Die Methoden reichen von Phishing über betrügerische Webshops bis zu gefälschten Nachrichten in sozialen Medien. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten und wohin Sie sich in Österreich wenden können.
Kurz zusammengefasst:
- Seriöse Unternehmen fragen niemals per E-Mail nach Ihrem Passwort oder Ihrer Transaktionsnummer (TAN).
- Wenn Sie Opfer von Phishing geworden sind, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank und lassen Sie Ihr Konto sperren.
- Vermeiden Sie beim Online-Einkauf Vorauskasse per Banküberweisung. Bei Käufen von Privatpersonen ist eine persönliche Übergabe vorzuziehen, wenn sie möglich ist.
- Bei Verkäufen zwischen Privatpersonen und bei Auktionen besteht grundsätzlich kein Rücktrittsrecht.
- Bei Betrug verständigen Sie die Polizei unter 133 oder 112.
Was ist Phishing und wie funktioniert es?
Der Begriff Phishing setzt sich aus „password“ und „fishing“ zusammen. Betrüger versuchen, vertrauliche Daten zu stehlen, etwa Zugangsdaten zum Online-Banking, zu Auktionsplattformen oder zu Webshops.
Typischerweise erhalten Sie eine E-Mail mit der Aufforderung, sich aus einem bestimmten Grund bei Ihrer Bank einzuloggen. Der enthaltene Link führt jedoch zu einer täuschend ähnlich aussehenden, gefälschten Website. Wenn Sie dort Ihre Daten eingeben, können die Täter auf Ihr Konto zugreifen und Überweisungen veranlassen. Solche Seiten verschwinden oft nach einigen Stunden oder Tagen, können bis dahin aber erheblichen Schaden verursachen.
Wie erkennen Sie eine Phishing-E-Mail?
Die wichtigste Regel lautet: Ein seriöses Unternehmen fordert Sie niemals per E-Mail auf, Ihr Passwort oder Ihre Transaktionsnummer einzugeben. Weitere Warnzeichen sind:
- Sie werden unter Zeitdruck aufgefordert, sofort Daten einzugeben.
- Sie erhalten eine Gewinnbenachrichtigung, obwohl Sie an keinem Gewinnspiel teilgenommen haben.
- Eine angebliche Sicherheitslücke bei Ihrer Bank soll eine „Überprüfung“ erforderlich machen.
- Die Internetadresse weicht von der echten Adresse ab, etwa www.nelbanking.at statt www.netbanking.at.
- Die deutsche Sprache ist auffällig fehlerhaft.
- Nach dem Öffnen verschwindet die Webadresse, die gewohnte Anmeldeseite sieht ungewöhnlich aus oder enthält fehlerhafte Links.
So schützen Sie sich vor Phishing
- Klicken Sie nicht auf Links in E-Mails oder anderen Nachrichten.
- Antworten Sie niemals auf eine Phishing-Nachricht. Leiten Sie sie gegebenenfalls an das betroffene Unternehmen weiter oder löschen Sie sie.
- Geben Sie vertrauliche Daten nur auf verschlüsselten SSL-Seiten ein. Diese erkennen Sie an „https://“ und dem Schlosssymbol in der Adresszeile.
- Seien Sie besonders vorsichtig bei Online-Stellenangeboten, die finanzielle Aufgaben wie die Durchführung von Geldüberweisungen beinhalten.
- Aktualisieren Sie Ihren Browser regelmäßig.
- Bei manchen Banken kann für das Online-Banking auch die ID Austria verwendet werden.
Wenn bereits etwas passiert ist, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank und lassen Sie Ihr Konto sperren.
Betrug in Webshops und auf Kleinanzeigen-Plattformen
Auf Kleinanzeigen- und Auktionsplattformen sowie in unseriösen Webshops werden häufig Elektronikartikel oder Markenprodukte zu auffällig niedrigen Preisen angeboten. Dabei kann es sich um Fälschungen oder gestohlene Waren handeln. In anderen Fällen ist es schlicht Betrug: Sie bezahlen, erhalten die Ware aber nie.
Achten Sie auf folgende Punkte:
- Vergleichen Sie auffällig günstige Angebote mit den üblichen Preisen.
- Achten Sie auf Gütesiegel. Das österreichische Euro-Label kennzeichnet geprüfte und vertrauenswürdige Webshops.
- Seien Sie bei Webshops aus anderen EU-Ländern besonders vorsichtig, vor allem bei einem unvollständigen Impressum. Wenn nur eine E-Mail-Adresse angegeben ist, sollten Sie nicht kaufen.
- Lesen Sie vor der Bestellung die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und die Produktbeschreibung. Manchmal kaufen Sie statt eines Mobiltelefons nur dessen Verpackung.
- Vermeiden Sie Vorauskasse per Banküberweisung. Nutzen Sie sichere Zahlungsarten und bei Auktionen gegebenenfalls ein Treuhandsystem.
- Lesen Sie bei Gutscheinseiten die Bedingungen. Gutscheine können nur eingeschränkt einlösbar sein, etwa ab einem Mindestbestellwert, an bestimmten Tagen oder in bestimmten Geschäften. Auch versteckte Zusatzkosten sind möglich.
Betrug in sozialen Medien
Beliebte soziale Netzwerke sind auch für Betrüger attraktive Plattformen. Sie wollen meist persönliche Daten stehlen, etwa über eine gefälschte Anmeldeseite, oder Schadprogramme verbreiten. Häufige Formen sind gefälschte Fanseiten, sich durch Anklicken verbreitende Würmer, gefälschte E-Mails im Namen des sozialen Netzwerks, Spam und unsichere Apps.
Sie können sich folgendermaßen schützen:
- Klicken Sie nicht auf besonders verlockende Links, auch wenn sie scheinbar von Freunden stammen.
- Ignorieren Sie reißerische Ankündigungen wie „OMG“, „Unglaublich“ oder „Spektakulär“.
- Lesen Sie vor jeder Bestätigung durch einen Klick – auch bei Gewinnspielen – genau, was Sie freigeben.
- Gehen Sie sparsam mit Ihrer Adresse, Telefonnummer und Ihrem Geburtsdatum um.
- Löschen Sie regelmäßig nicht benötigte Apps und beschränken Sie deren Zugriffsrechte.
- Verwenden Sie ein täglich aktualisiertes Virenschutzprogramm.
- Melden Sie verdächtige Beiträge, Seiten und Apps dem Betreiber der Plattform, damit sie entfernt werden können.
Wenn Sie sich bereits einen Wurm eingefangen haben, löschen Sie die von ihm erstellten Beiträge und prüfen Sie Ihre „Gefällt mir“-Angaben auf ungewöhnliche Einträge.
„Kostenlose“ Angebote und einschüchternde Rechnungen
Manche Websites werben mit kostenlosen SMS, Spielen, Rezepten, Downloads oder Wahrsagerei. Die Kosten stehen jedoch im Kleingedruckten oder in den AGB. Nach einer einfachen Registrierung können einige Wochen später Rechnungen, Mahnungen und Schreiben von Inkassobüros eintreffen.
In den meisten Fällen haben solche Unternehmen keine rechtliche Grundlage für ihre Forderung. Lassen Sie sich daher nicht durch Drohungen einschüchtern. Bei einem Probezugang sollten Sie den sofortigen Rücktritt schriftlich erklären. Wenden Sie sich bei weiteren Forderungen an eine Verbraucherschutzorganisation.
Wohin können Sie sich wenden?
- Polizei: 133 oder 112 – wenn Sie Opfer eines Betrugs geworden sind.
- Rettung: 144 – bei einem medizinischen Notfall.
- Ihre Bank – nach Phishing, um das Konto sperren zu lassen.
- Internet Ombudsstelle und Watchlist Internet – für Warnungen, Meldungen von Betrugsfällen und Online-Streitigkeiten.
- Arbeiterkammer (AK) und VKI – für Unterstützung beim Verbraucherschutz.
Die Watchlist Internet ist ein Projekt der Internet Ombudsstelle und sammelt auch bekannte betrügerische Websites.
Häufige Fragen
Kann meine Bank mich per E-Mail nach meinem Passwort fragen?
Nein. Ein seriöses Unternehmen fragt niemals per E-Mail nach Ihrem Passwort oder Ihrer Transaktionsnummer.
Kann ich ein Produkt, das ich von einer Privatperson gekauft habe, zurückgeben?
Bei Verkäufen zwischen Privatpersonen und bei Auktionen besteht grundsätzlich kein Rücktrittsrecht.
Muss ich die Rechnung einer betrügerischen Website bezahlen?
In den meisten Fällen haben solche Unternehmen keinen Anspruch auf Zahlung. Wenden Sie sich an die Internet Ombudsstelle, die AK und den VKI.
Was ist der erste Schritt nach einem Phishing-Angriff?
Rufen Sie sofort Ihre Bank an und lassen Sie Ihr Konto sperren. Bei Betrug sollten Sie außerdem die Polizei verständigen.
Praktische Schritte im Ernstfall
- Klicken Sie nicht weiter auf Links und geben Sie keine weiteren Daten ein.
- Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank und verlangen Sie die Sperre des betroffenen Kontos oder Zugangs.
- Sichern Sie E-Mails, Nachrichten, Zahlungsbelege, Screenshots und Internetadressen als Nachweise.
- Erstatten Sie bei einem Betrug Anzeige bei der Polizei unter 133 oder 112.
- Wenden Sie sich für weitere Unterstützung an die Internet Ombudsstelle, Watchlist Internet, die Arbeiterkammer (AK) oder den VKI.
Diese Informationen wurden auf Grundlage von Quellen im Internet erstellt und stellen keine Beratung dar. Die Nutzung erfolgt auf eigene Verantwortung. Für eine fachliche Einschätzung wenden Sie sich an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt beziehungsweise an eine andere zuständige Fachstelle.
Quelle: oesterreich.gv.at