Kinder und Internet: Tipps für Eltern in Österreich

Aktualisiert: 2026-10-26
Kinder und Internet: Tipps für Eltern in Österreich

Das Internet ist Teil des Schul- und Freundesalltags von Kindern. Ein vollständiges Verbot ist deshalb meist keine Lösung. Am besten schützen Eltern ihre Kinder durch gemeinsames Entdecken, verständliche Regeln und eine sinnvolle Kombination technischer Hilfsmittel.

Wer regelt den Jugendschutz im Internet?

Der Jugendschutz liegt in Österreich teilweise in der Zuständigkeit der Bundesländer. Jedes Bundesland hat eigene Jugendschutzgesetze. Daneben gibt es auch bundesweite Regelungen. Die relevanten Bestimmungen der Landesgesetze können an einer zentralen Stelle eingesehen werden.

Zu den rechtlichen Grundlagen gehört außerdem das Pornografiegesetz.

Gemeinsam beginnen und klare Regeln vereinbaren

Schon mit kleinen Kindern lohnt es sich, gemeinsam das Internet zu entdecken. Lassen Sie sich Lieblingsseiten zeigen und schauen Sie sich Inhalte zusammen an. So fällt es Kindern später leichter, auch über unangenehme oder beunruhigende Erfahrungen zu sprechen.

Regeln funktionieren besonders gut, wenn Kinder ihren Sinn verstehen und an ihrer Gestaltung beteiligt sind:

Es ist kein Problem, wenn Sie Ihr Kind manchmal um Erklärungen bitten müssen. Gerade dadurch kann Vertrauen entstehen. Eltern, die nur verbieten oder kritisieren, ohne die digitale Welt selbst zu kennen, werden dagegen oft weniger ernst genommen.

Filterprogramme: hilfreich, aber nicht ausreichend

Technische Hilfsmittel wie Filterprogramme können vor allem bei jüngeren Kindern eine sinnvolle Ergänzung sein. Mit zunehmendem Alter sind sie jedoch weniger verlässlich:

Sprechen Sie deshalb auch allgemein über Pornografie, Gewalt und Radikalismus. Kostenlose und kostenpflichtige Filterprogramme sowie Informationen zu den Jugendschutzeinstellungen von Betriebssystemen und Browsern finden Sie bei Saferinternet.at.

Alterskennzeichnungen bei Spielen: PEGI, USK und IARC

Bei digitalen Spielen bieten Alterskennzeichnungen eine erste Orientierung. Die wichtigsten Systeme sind:

Ein Spiel mit der Kennzeichnung PEGI 7 ist nicht für Kinder unter sieben Jahren vorgesehen. PEGI 18 gilt ausschließlich für Erwachsene ab 18 Jahren. Symbole auf der Rückseite der Verpackung erklären den Grund für die Einstufung: Eine geballte Faust steht für Gewalt, eine Spinne kann darauf hinweisen, dass ein Spiel für Kinder beängstigend sein könnte.

Am IARC-System nehmen unter anderem Google Play, Nintendo eShop, Oculus Store und Windows Store teil. Der Apple App Store verwendet eine eigene Einstufung. Bei Steam gibt es derzeit keine vollständige Jugendschutzkennzeichnung.

Spiele, die ausdrücklich empfohlen werden, sind mit einem Stern gekennzeichnet. Bei ihnen berücksichtigt die Altersangabe auch, ob Kinder der jeweiligen Altersgruppe das Spiel tatsächlich spielen können. Die PEGI-Kennzeichnung sagt dagegen nichts über den Schwierigkeitsgrad oder die allgemeine Qualität eines Spiels aus.

Welche Risiken gibt es bei Spielen?

  1. Zu viel Spielzeit: Von Spielsucht kann gesprochen werden, wenn jemand Tag für Tag stundenlang spielt und früher wichtige Aktivitäten vernachlässigt.
  2. Kontakt mit Fremden: Die Kommunikation mit anderen Personen ist in vielen Spielen eine dauerhafte Funktion.
  3. In-Game-Käufe: Vor allem bei mobilen Spielen können sich einzelne Käufe von wenigen Euro schnell zu einem größeren Betrag summieren.

Unterstützung bieten österreichische Familienberatungsstellen und das Wiener Anton-Proksch-Institut.

Wann sollten Eltern genauer hinsehen?

Kinder können im Internet mit Gewalt, Rassismus oder Pornografie konfrontiert werden. Gespräche helfen dabei, Erlebnisse einzuordnen. Teilen Sie auch Ihre eigene Einschätzung und Ihre Gefühle mit. Enttäuschung und Frustration gehören zur Entdeckung der digitalen Welt dazu.

Ein Warnsignal kann sein, wenn Freunde sich nicht mehr melden oder Online-Bekanntschaften die bisherigen Freundschaften zunehmend verdrängen.

Häufige Fragen

Reicht es, ein Filterprogramm zu installieren?

Nein. Filter können umgangen werden. Gespräche und gemeinsam vereinbarte Regeln sind mindestens ebenso wichtig.

Was bedeutet die PEGI-Zahl auf einem Spiel?

Sie zeigt, für welche Altersgruppe das Spiel geeignet ist. Über den Schwierigkeitsgrad oder die sonstige Qualität des Spiels sagt sie nichts aus.

Gibt es Material für kleine Kinder?

Ja. Das Bilderbuch „Online-Zoo“ erklärt Kindern von 3 bis 6 Jahren das Internet und seine Risiken. Es ist elektronisch, als E-Book und als gedrucktes Bilderbuch erhältlich.

Wo finden Eltern weitere Tipps?

Auf Saferinternet.at finden Sie weitere Informationen. Dort ist auch die Broschüre „Schutz vor Schmutz im Internet und am Handy“ verfügbar.

Praktische Schritte für den Familienalltag

  1. Entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Lieblingsseiten, Apps und Spiele.
  2. Vereinbaren Sie verständliche Regeln zu Inhalten, Kommunikation und Spielzeit.
  3. Prüfen Sie Filter- und Jugendschutzeinstellungen auf Geräten, in Browsern und bei Apps.
  4. Kontrollieren Sie bei Spielen die PEGI-, USK- oder IARC-Kennzeichnung und achten Sie auf In-Game-Käufe.
  5. Sprechen Sie regelmäßig über Gewalt, Pornografie, Rassismus, Radikalismus und Kontakte mit Fremden.
  6. Holen Sie sich bei anhaltenden Problemen Unterstützung bei einer Familienberatungsstelle oder beim Anton-Proksch-Institut.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Beratung dar. Für eine fachliche Einschätzung wenden Sie sich an eine geeignete Beratungsstelle oder an eine andere zuständige Fachperson.

Quelle: oesterreich.gv.at

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