Sucht und psychische Gesundheit in Österreich: Wo Sie 2026 Hilfe bekommen

Bei einer psychischen Krise, anhaltender Angst oder einer Abhängigkeit gibt es in Österreich verschiedene kostenlose Telefonangebote, Suchdienste und Behandlungsformen. Seit 2026 ist die klinisch-psychologische Behandlung (klinisch-psychologische Behandlung) auch als Sachleistung der Sozialversicherung verfügbar.
Was ist 2026 bei der psychologischen Versorgung neu?
Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) bietet die klinisch-psychologische Behandlung seit 2026 als Teil der Krankenversorgung auf Kosten der Kasse an. Die Vermittlung erfolgt über die bundesweit einheitliche Servicestelle psyhelp unter 0800 10 02 03.
Voraussetzung ist eine gültige Krankenversicherung. Die e-card dient als Nachweis des Versicherungsanspruchs.
Wohin können Sie sich in einer akuten Krise wenden?
Eine Krise ist keine Krankheit. Sie entsteht, wenn sich Belastungen so stark ansammeln, dass man sie allein nicht mehr bewältigen kann. Dabei können Verzweiflung, Selbstverletzungs- oder Suizidgedanken auftreten. Die Beratung richtet sich auch an Angehörige, Bekannte und helfende Personen.
- psyhelp: Klinisch-psychologische Behandlung über die ÖGK, bundesweit, 0800 10 02 03.
- Kriseninterventionszentrum, Wien: +43 1 406 95 95, Montag und Freitag von 8 bis 17 Uhr.
- Rat auf Draht: Für Kinder und Jugendliche, 147, rund um die Uhr und anonym.
- Kindernotruf: +43 800 567 567, 24-Stunden-Krisenhotline.
- Bäuerliches Sorgentelefon: +43 810 676 810, Montag bis Freitag von 8:30 bis 12:30 Uhr, zum Ortstarif.
Bei Suizidgedanken bietet das österreichische Suizidpräventionsportal SUPRA Tipps zur Ersten Hilfe, Notfallkontakte und regionale Unterstützungsangebote. Für junge Menschen gibt es außerdem die Website bittelebe.
Ein psychiatrischer Notfall steht meist im Zusammenhang mit einer akuten psychischen Erkrankung, etwa Drogenkonsum oder Schizophrenie, oder mit einer körperlichen Erkrankung, die psychiatrische Symptome verursacht, etwa einem Schlaganfall. In diesem Fall ist eine psychiatrische Krankenhausambulanz die geeignete Anlaufstelle.
Wo finden Sie Psychologinnen, Psychologen und Psychotherapeutinnen?
Bei länger anhaltenden Problemen wie Angst, Depression, Burnout, Trauma oder Zwangsgedanken sollten Sie professionelle Hilfe suchen. Ohne Behandlung können sich solche Beschwerden dauerhaft oder in Schüben verschlimmern.
- Psychologinnen und Psychologen: Die Online-Suche des BÖP (Berufsverband Österreichischer Psycholog:innen).
- Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten: Die Online-Suchen des ÖBVP und der VÖPP. Auf der Website des ÖBVP gibt es auch eine Liste von Fachpersonen mit Ausbildung in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.
- Ärztinnen und Ärzte: Die Arztsuche der Ärztekammer.
- Selbsthilfegruppen: Die Suche auf gesundheit.gv.at.
- Rehabilitation: Der Rehabilitationskompass.
Was bedeutet Abhängigkeit?
Abhängigkeit ist eine Krankheit und kann jede Person betreffen. Für die Diagnose müssen innerhalb eines Jahres mindestens drei von sechs Kriterien gleichzeitig erfüllt sein. Typisch sind ein starkes Verlangen nach dem Suchtmittel, Kontrollverlust und eine Steigerung der Dosis.
Unterschieden wird zwischen substanzgebundener Abhängigkeit, etwa von Alkohol, Nikotin, Medikamenten oder illegalen Drogen, und Verhaltenssucht, zum Beispiel Glücksspiel, Internet- oder Kaufsucht. In Österreich sind deutlich mehr Menschen von legalen Substanzen abhängig als von illegalen Drogen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung erfolgt meist in mehreren Phasen: Kontaktaufnahme mit einer Beratungsstelle, Entzug, Entwöhnung und anschließende Nachsorge. Entscheidend ist dabei die Motivation der betroffenen Person.
- Kurzfristige Entwöhnung: Ziel Abstinenz, stationär 6–8 Wochen.
- Mittelfristige Entwöhnung: Ziel Abstinenz, stationär 6–8 Monate.
- Langfristige Entwöhnung: Ziel Abstinenz, stationär 1–2 Jahre.
Daneben gibt es begleitende und schadensmindernde Angebote, etwa Spritzentausch oder eine Übernachtungsmöglichkeit. Bei einer Opioidabhängigkeit kann eine Substitutionstherapie eingesetzt werden. Dabei wird ein ärztlich verschriebenes, legales Mittel verabreicht.
Was sollten Angehörige wissen?
Wenn Sie bei einer nahestehenden Person einen Drogenkonsum vermuten, achten Sie auf Veränderungen. Mögliche Anzeichen sind Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens, ein ungepflegtes Erscheinungsbild, Konzentrationsprobleme oder ein plötzlich hoher Geldbedarf. Diese Hinweise können jedoch auch auf andere Probleme hindeuten.
Wenn sich der Konsum bestätigt, können Sie sich an eine Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe wenden. Achten Sie auch auf Coabhängigkeit. Wenn Sie der abhängigen Person alle Belastungen abnehmen, kann dies die Abhängigkeit unbeabsichtigt verlängern. Aufhören kann letztlich nur die betroffene Person selbst.
Häufige Fragen
Muss ich für eine psychologische Behandlung bezahlen?
Die ÖGK übernimmt seit 2026 die klinisch-psychologische Behandlung als Sachleistung. Die Vermittlung erfolgt über psyhelp unter 0800 10 02 03.
Werde ich wegen Drogenkonsums bestraft?
Der Erwerb und Besitz illegaler Substanzen ist in Österreich strafbar, daher gilt dies auch mittelbar für den Konsum. Bei persönlichem Gebrauch kann jedoch für eine Probezeit von 1–2 Jahren von der Strafverfolgung abgesehen werden, wenn die betroffene Person eine gesundheitsbezogene Maßnahme übernimmt.
Wo finde ich eine Drogenberatungsstelle in meinem Bundesland?
Im österreichischen Suchthilfekompass können Sie nach Bundesland und Zielgruppe nach geeigneten Einrichtungen suchen.
Gibt es Hilfe beim Rauchstopp?
Ja. Auf der Website des ÖGK Rauchertelefons finden Sie Kontakte zu ambulanten und stationären Angeboten zur Rauchentwöhnung.
Praktische nächste Schritte
- Bei akuter Gefahr oder einer schweren psychiatrischen Krise wenden Sie sich an eine psychiatrische Krankenhausambulanz.
- Für eine klinisch-psychologische Behandlung kontaktieren Sie psyhelp unter 0800 10 02 03.
- Bei Kindern und Jugendlichen ist Rat auf Draht unter 147 rund um die Uhr und anonym erreichbar.
- Bei länger anhaltenden Beschwerden suchen Sie eine geeignete Fachperson über die genannten Online-Suchen.
- Bei einer Sucht wenden Sie sich an eine Beratungsstelle oder suchen Sie eine passende Einrichtung im Suchthilfekompass.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische, psychologische oder rechtliche Beratung.
Quelle: oesterreich.gv.at