Berufswahl in Österreich: So findest du einen zukunftssicheren Beruf

Aktualisiert: 2026-10-26
Berufswahl in Österreich: So findest du einen zukunftssicheren Beruf

Die Wahl eines Berufs gehört zu den wichtigsten Entscheidungen im Leben. In Österreich gibt es zahlreiche kostenlose Tests, Beratungsangebote und Informationsstellen, die dabei helfen, Interessen und Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und den passenden Ausbildungsweg zu finden.

Für wen gilt die Ausbildungspflicht?

Nach der neunjährigen Schulpflicht (Schulpflicht) endet die Ausbildung in Österreich nicht automatisch. Seit dem Inkrafttreten des Ausbildungspflichtgesetzes im Jahr 2016 müssen alle Jugendlichen unter 18 Jahren, die ihre Schulpflicht erfüllt haben und dauerhaft in Österreich leben, weiterlernen oder an einer Ausbildung teilnehmen.

Die Verpflichtung gilt bis zum 18. Geburtstag oder bis zum erfolgreichen Abschluss einer weiterführenden Ausbildung. Wer sie nicht erfüllt, muss im äußersten Fall mit einer Verwaltungsstrafe rechnen – ähnlich wie bei einer Verletzung der Schulpflicht.

Viele Jugendliche beginnen nach der Schulpflicht eine Lehre oder besuchen weiter eine Schule. Wer die verschiedenen Möglichkeiten noch nicht kennt, sollte sich frühzeitig über das österreichische Schulsystem und die unterschiedlichen Ausbildungswege informieren.

Wie gehst du die Berufswahl am besten an?

Vier Schritte können bei der Entscheidung helfen:

  1. Ziele klären: Kommt eine Lehre, die Matura oder ein Studium infrage? Möchtest du möglichst schnell Geld verdienen oder weiterlernen? Arbeitest du lieber im Team oder selbstständig? Interessieren dich Büro, Verkauf oder ein wechselnder Arbeitsplatz? Ist eine Tätigkeit im Ausland denkbar? Welche Bedeutung haben Einkommen und Arbeitszeit?
  2. Ideen sammeln: Überlege, welche Berufe zu deinen Interessen passen und welche Ausbildungswege dorthin führen – etwa Lehre, Kolleg, Fachhochschule oder Universität.
  3. Informationen einholen: Informiere dich über die ausgewählten Berufe, ihre Voraussetzungen, Ausbildungsmöglichkeiten und Zukunftschancen. Kläre auch, welche Beratungsstellen dich unterstützen können.
  4. Entscheiden: Vergleiche die gesammelten Fakten und berücksichtige auch deine persönlichen Eindrücke und Gefühle.

Neben den sachlichen Informationen sind auch die eigenen Interessen wichtig. Wer eine Tätigkeit ausübt, die Freude macht, hat häufig bessere Voraussetzungen für langfristige Motivation und Erfolg.

Was macht einen Beruf zukunftssicher?

Die Digitalisierung verändert den Arbeitsmarkt schnell. Auch die alternde Gesellschaft, Migration und der Klimawandel beeinflussen die Beschäftigungsmöglichkeiten. Ein Beruf, der heute besonders gefragt ist, kann in einigen Jahren an Bedeutung verlieren – während gleichzeitig neue Tätigkeiten entstehen.

Neue Berufe entwickeln sich vor allem durch technologische Veränderungen, zum Beispiel im Bereich Informationstechnologie (IT) und in verwandten Branchen. Die Berufsbezeichnungen sind dort häufig englisch, etwa „Java Developer“. Das hängt auch damit zusammen, dass in internationalen Unternehmen Englisch als Arbeitssprache verwendet wird und Stellenausschreibungen weltweit verständlich sein sollen.

Auch bestehende Berufe können neue Bezeichnungen oder Aufgabenbereiche bekommen:

Trotz aller Veränderungen bleibt eine abgeschlossene Ausbildung eine besonders wichtige Grundlage für die berufliche Zukunft. Gute Deutschkenntnisse sind dabei ebenfalls entscheidend.

Kostenlose Online-Angebote zur Berufsorientierung

Auch regionale Angebote können hilfreich sein. Dazu gehören etwa die Plattform „Lehre? Respekt!“ der Wirtschaftskammer Niederösterreich oder ein Interessenstest der Arbeiterkammer in Oberösterreich.

Wer berät persönlich?

Praktische Einblicke in Berufe

Praktische Erfahrungen können die Entscheidung erleichtern. Bei einem Ferialpraktikum oder einer Schnupperlehre – offiziell berufspraktische Tage – lässt sich ein Beruf im Rahmen der Schule oder individuell kennenlernen.

Was ist Jugendcoaching?

Jugendcoaching unterstützt an der Schnittstelle zwischen Schule, Ausbildung und Beruf. Das Angebot hilft bei der Berufsorientierung, bei der Auswahl einer passenden Lehre und auch bei persönlichen Problemen.

Es richtet sich vor allem an Jugendliche, die der Ausbildungspflicht unterliegen. Auch Jugendliche mit Behinderung oder mit mehreren Schwierigkeiten können das Angebot nutzen.

Im Coaching werden Interessen und Eignungen erfasst, Stärken und Schwächen analysiert und ein individueller Karriere- und Entwicklungsplan erstellt. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos.

Häufige Fragen

Muss man in Österreich bis zum 18. Geburtstag zur Schule gehen?

Nicht unbedingt zur Schule. Nach der Schulpflicht muss man jedoch bis zum 18. Geburtstag an einer Ausbildung teilnehmen. Auch eine Lehre zählt dazu.

Wie viel kostet Jugendcoaching?

Jugendcoaching ist freiwillig und kostenlos.

Wann findet die BeST statt?

Die BeST-Berufsinformationsmesse findet jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst an verschiedenen Standorten statt. Dort können sich Interessierte auch über aktuelle Trends in der Berufswelt informieren.

Spielt es eine Rolle, ob ich ein Mädchen oder ein Bub bin?

Nein. Wissen und Fähigkeiten sind keine Frage des Geschlechts. Darauf machen auch der Girls’ Day und der Boys’ Day aufmerksam.

Praktische Schritte zur Berufswahl

  1. Notiere deine Interessen, Stärken und bevorzugten Arbeitsbedingungen.
  2. Wähle drei bis fünf Berufe aus, die dich besonders interessieren.
  3. Vergleiche die Ausbildungswege, Voraussetzungen und Tätigkeiten im Berufslexikon des AMS.
  4. Mach einen Berufskompass oder ein Interessensprofil.
  5. Vereinbare bei Bedarf einen Termin im BerufsInfoZentrum (BIZ), bei der WKO, beim WIFI oder bei der Schulberatung.
  6. Sammle praktische Erfahrungen bei einer Schnupperlehre, den berufspraktischen Tagen oder einem Ferialpraktikum.
  7. Vergleiche anschließend die Informationen und entscheide dich für den Ausbildungsweg, der am besten zu dir passt.

Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen und stellt keine individuelle Beratung dar. Für eine persönliche Auskunft wende dich an die jeweils zuständige Beratungsstelle. Quelle: oesterreich.gv.at.

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