Das Präteritum im Deutschen: Verwendung und Bildung

Was ist das Präteritum? Das Präteritum ist eine deutsche Vergangenheitsform. Es wird vor allem in der geschriebenen Sprache verwendet, zum Beispiel in literarischen Texten, Zeitungsartikeln, Berichten und Erzählungen.
In der alltäglichen gesprochenen Sprache ist meistens das Perfekt gebräuchlicher. Einige häufige Verben werden jedoch auch beim Sprechen oft im Präteritum verwendet, zum Beispiel war, hatte und konnte.
Beispiel aus einer Erzählung:
- Gestern ging er nach Hause und las ein Buch.
Wann verwendet man das Präteritum?
- In schriftlichen Erzählungen, Romanen und Märchen.
- In Zeitungsartikeln und offiziellen Berichten.
- Bei einigen häufigen Verben wie haben, sein und den Modalverben auch in der gesprochenen Sprache.
Schwache, regelmäßige Verben
Das Präteritum der schwachen Verben wird regelmäßig gebildet:
Verbstamm + -te + Personalendung
Beispiel: machen → machte
- ich machte
- du machtest
- er/sie/es machte
- wir machten
- ihr machtet
- sie/Sie machten
Weitere Beispiele:
- Ich spielte Fußball.
- Wir suchten eine Wohnung.
- Sie lebte in Berlin.
Besonderheit bei Verben auf -t, -d, -m oder -n
Endet der Verbstamm auf -t, -d, -m oder -n, wird zur leichteren Aussprache ein zusätzliches e eingefügt.
Beispiel: arbeiten → arbeitete
- ich arbeitete
- du arbeitetest
- er/sie/es arbeitete
- wir arbeiteten
- ihr arbeitetet
- sie/Sie arbeiteten
Weitere Beispiele:
- antworten → antwortete
- öffnen → öffnete
- warten → wartete
Starke, unregelmäßige Verben
Bei starken Verben verändert sich der Vokal oder der Stamm. Sie erhalten kein -te als Präteritumsendung, sondern nur die Personalendungen. Diese Formen müssen einzeln gelernt werden.
Beispiel: fahren → fuhr
- ich fuhr
- du fuhrst
- er/sie/es fuhr
- wir fuhren
- ihr fuhrt
- sie/Sie fuhren
Weitere Beispiele:
- gehen → ging
- sprechen → sprach
- essen → aß
- trinken → trank
- bleiben → blieb
Beispielsätze:
- Ich ging ins Kino.
- Er aß ein Sandwich.
- Wir blieben zu Hause.
Gemischte Verben
Gemischte Verben verbinden zwei Merkmale:
- Der Stammvokal oder Stamm verändert sich.
- Das Verb erhält zusätzlich die Präteritumsendung -te.
Beispiel: denken → dachte
- ich dachte
- du dachtest
- er/sie/es dachte
- wir dachten
- ihr dachtet
- sie/Sie dachten
Weitere Beispiele:
- bringen → brachte
- kennen → kannte
- wissen → wusste
- nennen → nannte
Beispielsätze:
- Ich wusste die Antwort.
- Wir brachten die Bücher zurück.
- Er nannte seinen Hund Max.
Zusammenfassung
- Schwache Verben erhalten regelmäßig die Endung -te: machen → machte.
- Starke Verben verändern den Stammvokal und erhalten Personalendungen: gehen → ging.
- Gemischte Verben verändern den Stamm und erhalten zusätzlich -te: denken → dachte.
- Das Präteritum wird hauptsächlich in der geschriebenen Sprache verwendet. Häufige Verben wie war, hatte und konnte kommen aber auch in Gesprächen oft vor.
Praktische Schritte zum Lernen
- Lesen Sie kurze Erzählungen oder Zeitungsartikel und markieren Sie alle Präteritumformen.
- Lernen Sie häufige starke und gemischte Verben zusammen mit ihrer Präteritumform.
- Üben Sie regelmäßige Verben wie machen und arbeiten mit allen Personen.
- Schreiben Sie eigene kurze Sätze über vergangene Ereignisse.
- Verwenden Sie beim Sprechen meist das Perfekt, achten Sie aber besonders auf häufige Formen wie war, hatte und konnte.