Führerschein in Österreich: Gültigkeit, Umtausch und Codes

Wer in Österreich mit einem EU- oder EWR-Führerschein fährt oder den Führerschein gegen eine österreichische Karte tauschen möchte, sollte die Angaben und Codes auf dem Dokument kennen. Die einheitlichen Nummerncodes werden in den EU- und EWR-Staaten grundsätzlich gleich verstanden.
Besonders wichtig sind die Codes für Sehhilfen, Automatikfahrzeuge, Anhänger, Ersatzdokumente und den Umtausch eines früher ausgestellten Führerscheins.
Warum wird ein EU- oder EWR-Führerschein in Österreich verstanden?
Besondere Einträge dürfen im Führerschein nur mit standardisierten Zahlencodes angegeben werden. Dadurch können Behörden und Kontrollorgane in anderen EU- und EWR-Staaten die jeweiligen Einschränkungen und Auflagen richtig interpretieren.
Die Codes werden in fünf Gruppen eingeteilt:
- 01 bis 03: Fahrer und gesundheitliche Gründe
- 10 bis 50: Änderungen oder Anpassungen am Fahrzeug
- 61 bis 69: Einschränkungen der Verwendung
- 70 bis 97: administrative Angelegenheiten
- 104 bis 116: Codes, die nur in Österreich gelten
Welche Codes stehen nach einem Umtausch auf der neuen Karte?
Beim Umtausch eines Führerscheins, dem sogenannten Umtausch, wird auf dem neuen Dokument der Code 70 eingetragen. Er enthält die Nummer des früheren Führerscheins sowie das Kürzel des Ausstellungsstaates.
Ein Beispiel ist: „70.0123456789. NL“. Das bedeutet, dass ein niederländischer Führerschein umgetauscht wurde.
Wird ein Führerschein wegen Verlust oder Beschädigung ersetzt, weist der Code 71 auf ein Ersatzdokument beziehungsweise ein Duplikat hin. Ein Beispiel dafür ist: „71.987654321. HR“.
Wie lange ist der österreichische Führerschein gültig?
Der österreichische Führerschein im Scheckkartenformat, der seit dem 19. Januar 2013 ausgestellt wird, ist 15 Jahre gültig. Die Gültigkeit ist auf der Karte angegeben:
- Feld 4a: Ausstellungsdatum
- Feld 4b: Ablaufdatum
- Feld 4c: ausstellende Behörde
- Feld 5: Führerscheinnummer
Auf der Vorderseite stehen außerdem der Familienname beziehungsweise Name, der Vorname sowie Geburtsdatum und Geburtsort. Auf der Rückseite sind die Gültigkeitszeiträume nach Führerscheinkategorie und die jeweiligen Codes angeführt.
Häufige Codes auf dem Führerschein
- 01.01: Fahren mit Brille
- 01.02: Fahren mit Kontaktlinsen
- 01.06: Brille oder Kontaktlinsen
- 78: nur Fahrzeuge mit Automatikgetriebe
- 96: Fahrzeug der Klasse B mit einem Anhänger über 750 kg, wenn die höchstzulässige Gesamtmasse des Gespanns mehr als 3.500 kg, aber höchstens 4.250 kg beträgt
- 95: Nachweis der beruflichen Eignung bis zum angegebenen Datum
- 68: Fahren ohne Alkohol
Besonderheit bei den Sehhilfen
Wenn im Führerschein der Code 01.01 eingetragen ist, darf nicht stattdessen eine Kontaktlinse getragen werden. Wer Kontaktlinsen verwenden möchte, muss den Code ändern lassen. Wenn wahlweise eine Brille oder Kontaktlinsen getragen werden dürfen, ist der Code 01.06 erforderlich.
Codes, die nur in Österreich gelten
Die folgenden Codes werden ausschließlich in österreichische Führerscheine eingetragen:
- 104: Die Berechtigung muss unter der Voraussetzung regelmäßiger ärztlicher Kontrolluntersuchungen verlängert werden.
- 110: Verlängerung der Probezeit. 110.01 bezeichnet die erste, 110.02 die zweite und 110.03 die dritte Verlängerung, jeweils bis zum angegebenen Datum.
- 111: Berechtigung zum Lenken eines Motorrads aufgrund eines bestimmten Tatbestands des Führerscheingesetzes (FSG).
- 114: Lenken eines dreirädrigen Kraftfahrzeugs mit der Klasse B vor dem 21. Geburtstag.
- 115: Mit der Klasse A2 dürfen alle Motorräder mit höchstens 25 kW und einem Verhältnis von höchstens 0,16 kW/kg zwischen Leistung und Eigengewicht gelenkt werden.
- 116: Mit der Klasse A dürfen vierrädrige Kraftfahrzeuge mit höchstens 400 kg Eigengewicht gelenkt werden.
Der Code 105 wurde mit 1. November 2008 abgeschafft. Die Codes 112 und 113 sind seit 1. Januar 2021 nicht mehr gültig.
Woran erkennt man einen österreichischen Originalführerschein?
Der österreichische Führerschein wird aus Polycarbonat hergestellt und enthält mehrere Sicherheitsmerkmale. Dazu gehören unter anderem:
- das Länderkennzeichen „A“ für Österreich
- ein lasergraviertes Foto sowie lasergravierte Daten und eine lasergravierte Unterschrift
- ein Kippeffekt: Je nach Blickwinkel sind das Foto oder das Geburtsdatum sichtbar
- ein Kinegramm, das je nach Blickwinkel den Umriss Österreichs oder ein Wappen zeigt
- eine zwischen Grün und Gold wechselnde Farbe
- tastbare, fahrzeugförmige Muster auf der Karte
Häufige Fragen
Was bedeutet der Code 70 auf dem österreichischen Führerschein?
Der Code zeigt an, dass der Führerschein durch den Umtausch eines früher ausgestellten Führerscheins ausgestellt wurde. Danach folgen die Nummer des früheren Dokuments und das Kürzel des Ausstellungsstaates.
Darf ich mit dem Code 01.01 Kontaktlinsen tragen?
Nein. Der Code 01.01 steht für das Tragen einer Brille. Für Kontaktlinsen muss der Code geändert werden. Wenn sowohl Brille als auch Kontaktlinsen zulässig sein sollen, ist 01.06 erforderlich.
Wie lange gilt der österreichische Führerschein im Scheckkartenformat?
Seit dem 19. Januar 2013 ausgestellte Karten sind 15 Jahre gültig. Das Ablaufdatum steht in Feld 4b.
Bedeuten die Codes auf EU- und österreichischen Führerscheinen dasselbe?
Die Codes von 01 bis 97 sind in den EU- und EWR-Staaten einheitlich. Die Codes von 104 bis 116 werden hingegen nur in Österreich verwendet.
Praktische Schritte
- Prüfen Sie auf der Vorder- und Rückseite Ihres Führerscheins die Felder 4a, 4b, 4c und 5 sowie die eingetragenen Codes.
- Achten Sie besonders darauf, ob ein Code für Brille, Kontaktlinsen, Automatikgetriebe, Alkohol oder berufliche Eignung eingetragen ist.
- Wenn Sie einen Führerschein umtauschen oder nach Verlust beziehungsweise Beschädigung ersetzen lassen, kontrollieren Sie den Code 70 oder 71 und die dazugehörigen Angaben.
- Bei einem österreichischen Sondercode zwischen 104 und 116 sollten Sie die damit verbundene Einschränkung oder Auflage beachten.
- Bei Unklarheiten zur Gültigkeit oder zu einer Änderung eines Codes wenden Sie sich an die zuständige Behörde. Die Informationen basieren auf Angaben von oesterreich.gv.at und ersetzen keine individuelle Rechts- oder medizinische Beratung.