Müllabfuhr, Mülltrennung und Pfand in Österreich

In Österreich gehört die Mülltrennung zum Alltag. Seit 2025 gibt es außerdem ein Einwegpfand auf bestimmte Kunststoffflaschen und Getränkedosen. Hier erfahren Sie, welcher Abfall in welchen Behälter gehört, wer für die Müllabfuhr zuständig ist und wie Sie das Pfand zurückbekommen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Seit dem 1. Jänner 2025 beträgt das Einwegpfand auf Kunststoffflaschen und Getränkedosen 25 Cent pro Stück.
- Pfandpflichtige Produkte sind mit dem österreichischen Pfandlogo gekennzeichnet.
- Kunststoffverpackungen, sonstige Leichtverpackungen und Metall werden seit 2025 gemeinsam in der Gelben Tonne oder im Gelben Sack gesammelt.
- Die Müllabfuhr organisiert normalerweise die Gemeinde, in Statutarstädten der Magistrat und in Wien die MA 48.
- Problemstoffe müssen bei einer eigenen Sammelstelle abgegeben werden.
Wer organisiert die Müllabfuhr und was kostet sie?
Die grundlegenden Regeln enthält das Bundes-Abfallwirtschaftsgesetz (Abfallwirtschaftsgesetz, AWG). Zusätzlich haben alle neun Bundesländer eigene Abfallwirtschaftsgesetze. Die Höhe der Müllgebühren und die Organisation der Abholung unterscheiden sich daher je nach Bundesland und Gemeinde.
Die Sammlung von Siedlungsabfällen wird in der Praxis von Gemeinden oder Gemeindeverbänden organisiert. Informationen zu Gebühren, Abholterminen und den örtlichen Trennregeln erhalten Sie bei der jeweils zuständigen Stelle:
- In einer gewöhnlichen Gemeinde: bei der Gemeinde.
- In einer Statutarstadt: beim Magistrat.
- In Wien: bei der MA 48 der Stadt Wien.
Mehrere Bundesländer bieten auch Online-Informationen an. Im Burgenland stellt der Burgenländische Müllverband (BMV) unter anderem ein Abfall-ABC und eine Gebührenübersicht bereit. In Oberösterreich bietet der Oberösterreichische Abfallverband eine kostenlose App und einen Abholkalender an. In Niederösterreich informieren die NÖ Umweltverbände über Sammelstellen und Termine.
Was gehört in welchen Behälter?
Die richtige Mülltrennung ist wichtig, weil falsch entsorgte Abfälle nachträglich aufwendig und teuer aussortiert werden müssen.
Gelbe Tonne oder Gelber Sack
Hierhin gehören entleerte Kunststoffflaschen, Joghurtbecher, Folien, Sackerl, Getränkekartons wie Tetra Pak samt Verschluss, Konservendosen, Metallverschlüsse und Metalltuben. Dosen mit Farb- oder Ölrückständen gehören nicht hinein.
Altpapier
In die Papiersammlung gehören Zeitungen, Kataloge, Bücher, Hefte, Karton und unbeschichtete Papiersackerl. Fettiges oder stark verschmutztes Papier sowie Getränkekartons gehören nicht hinein.
Weißglas
In den Weißglascontainer kommen farblose Einwegflaschen und Konservengläser. Fensterglas, Keramik und Glasgeschirr gehören nicht hinein.
Buntglas
Hier werden farbige oder leicht eingefärbte Einweg-Glasverpackungen gesammelt. Metallene Schraubverschlüsse gehören in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack.
Biotonne
In die Biotonne gehören Obst- und Gemüseabfälle, pflanzliche Speisereste, Brot, Blumenerde sowie Gras- und Heckenschnitt. Kunststoffsackerl dürfen nicht hinein.
Praktische Trennregeln
- Verpackungen möglichst entleert entsorgen und flachdrücken, damit sie weniger Platz brauchen.
- Papier nicht in kleine Stücke reißen, weil das die Sortierung erschwert.
- Glas wegen der Lärmbelastung möglichst nur zwischen 7 und 20 Uhr einwerfen.
- Ob Fleisch, Knochen und Speisereste in die Biotonne dürfen, ist nicht überall gleich geregelt. In Wien kommen Abfälle tierischer Herkunft zum Beispiel in den Restmüll.
Wie funktioniert das Einwegpfand?
Das Einwegpfand gilt für verschlossene Getränkeverpackungen aus Kunststoff oder Metall mit einem Fassungsvermögen von 0,1 bis 3 Litern. Das Pfand beträgt einheitlich 25 Cent pro Flasche oder Dose.
Vom Einwegpfand ausgenommen sind:
- Getränkekartons wie Tetra Pak,
- Glas- und Metallflaschen mit Kunststoffverschluss,
- Flaschen für Babynahrung und flüssige Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke,
- Milch und Milchmischgetränke,
- Sirup.
Pfand wird auch bei Getränkeautomaten, bei einer Essensbestellung und beim Online-Kauf von Getränken verrechnet. In Restaurants, Cafés und Imbissbetrieben fällt kein Pfand an, wenn das Getränk vor Ort konsumiert wird.
Die Übergangsfrist bis Ende 2025 ist abgelaufen. Einweggetränke ohne Pfandlogo durften nur bis zum 31. Dezember 2025 ohne Pfand verkauft werden.
Wo kann man Pfandflaschen und Dosen zurückgeben?
Jedes Geschäft, das Verpackungen mit Pfandlogo verkauft, muss diese grundsätzlich auch zurücknehmen. Die Rückgabe kann an einem Automaten oder persönlich erfolgen. Bei einer manuellen Rücknahme, etwa in einer Bäckerei, muss das Geschäft nur die übliche Menge und die üblichen Gebinde zurücknehmen.
An stark frequentierten Orten wie Einkaufszentren, Bahnhöfen oder Flughäfen können mehrere Geschäfte eine gemeinsame Rücknahmestelle betreiben.
Für die Rückerstattung müssen Pfandlogo und EAN-Code gut lesbar sein. Die Flasche oder Dose sollte daher leer und unzerdrückt sein; das Etikett muss unbeschädigt bleiben. Im Ausland gekaufte Verpackungen ohne österreichisches Pfandlogo werden nicht zurückgenommen und gehören in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack.
Problemstoffe und Sperrmüll
Haushaltsgefährliche Abfälle, sogenannte Problemstoffe, müssen bei einer eigenen Sammelstelle abgegeben werden. Dazu gehören beispielsweise abgelaufene Medikamente ohne Verpackung, Batterien und Akkus, Energiesparlampen, Farben, Lacke, Spraydosen, volle Gaskartuschen und Spritzen. Spritzen müssen in einem verschlossenen, stichfesten Behälter abgegeben werden.
Jedes Geschäft, das Batterien verkauft, muss gebrauchte Batterien unabhängig von einem Kauf kostenlos zurücknehmen.
Sperrmüll wie Möbel oder Matratzen kann zu einem Mistplatz oder Altstoffsammelzentrum gebracht oder bei einer Sperrmüllaktion der Gemeinde abgegeben werden. Eine gesonderte Abholung zu einem vereinbarten Termin ist normalerweise kostenpflichtig. Sperrmüll darf nur befugten Sammlern übergeben werden; die Übergabe an zufällige oder nicht berechtigte Sammler ist verboten.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Einwegpfand in Österreich 2026?
Für jede pfandpflichtige Kunststoffflasche und Getränkedose beträgt es einheitlich 25 Cent.
Wo wird Tetra Pak entsorgt?
Getränkekartons gehören in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Sie gehören nicht ins Altpapier, und dafür gibt es kein Einwegpfand.
Kann man eine im Ausland gekaufte Flasche in Österreich zurückgeben?
Nein. Verpackungen ohne österreichisches Pfandlogo werden nicht zurückgenommen und müssen entsprechend den örtlichen Regeln entsorgt werden, normalerweise in der Gelben Tonne oder im Gelben Sack.
Wo erfährt man, wann der Müll abgeholt wird?
Die Abholtermine erhalten Sie bei Ihrer Gemeinde, in einer Statutarstadt beim Magistrat und in Wien bei der MA 48.
Praktische Schritte für den Alltag
- Prüfen Sie auf der Website Ihrer Gemeinde, welches Abfallunternehmen zuständig ist und wann die einzelnen Behälter geleert werden.
- Stellen Sie für Gelbe Tonne, Altpapier, Glas, Biomüll und Restmüll getrennte Sammelbehälter bereit.
- Kontrollieren Sie bei Kunststoffflaschen und Dosen das österreichische Pfandlogo und bewahren Sie pfandpflichtige Verpackungen leer, unzerdrückt und mit lesbarem Etikett auf.
- Bringen Sie Problemstoffe, Batterien und Akkus zur vorgesehenen Sammelstelle oder geben Sie Batterien bei einem Verkaufsort ab.
- Informieren Sie sich bei der Gemeinde über Mistplatz, Altstoffsammelzentrum und die nächste Sperrmüllaktion.
Quelle: oesterreich.gv.at