Das Präteritum der Modalverben

Die deutschen Modalverben müssen, können, dürfen, sollen, wollen und mögen sind sehr häufig. Mit ihnen drückt man unter anderem eine Verpflichtung, eine Möglichkeit, eine Erlaubnis, einen Wunsch oder eine Absicht aus.
Im Präteritum haben die Modalverben eigene Formen. Diese werden nicht nur in geschriebenen Texten, sondern auch in der gesprochenen Alltagssprache häufig verwendet.
Die Modalverben im Überblick
- müssen – verpflichtet sein, etwas tun müssen
- können – fähig sein, etwas tun können
- dürfen – die Erlaubnis haben
- sollen – eine Empfehlung oder Aufforderung ausdrücken
- wollen – etwas beabsichtigen oder wünschen
- mögen – etwas gern haben oder schätzen
Konjugation im Präteritum
Müssen
- ich musste
- du musstest
- er/sie/es musste
- wir mussten
- ihr musstet
- sie/Sie mussten
Ich musste gestern früh aufstehen.
Können
- ich konnte
- du konntest
- er/sie/es konnte
- wir konnten
- ihr konntet
- sie/Sie konnten
Er konnte nicht kommen.
Dürfen
- ich durfte
- du durftest
- er/sie/es durfte
- wir durften
- ihr durftet
- sie/Sie durften
Wir durften ins Kino gehen.
Sollen
- ich sollte
- du solltest
- er/sie/es sollte
- wir sollten
- ihr solltet
- sie/Sie sollten
Ich sollte die Hausaufgaben machen.
Wollen
- ich wollte
- du wolltest
- er/sie/es wollte
- wir wollten
- ihr wolltet
- sie/Sie wollten
Sie wollte Lehrerin werden.
Mögen
- ich mochte
- du mochtest
- er/sie/es mochte
- wir mochten
- ihr mochtet
- sie/Sie mochten
Wir mochten das Essen nicht.
Wichtige Hinweise
- Das Präteritum der Modalverben ist unregelmäßig. Die Formen müssen daher gesondert gelernt werden.
- Die meisten Formen erhalten die Endung -te, während sich der Verbstamm verändert, zum Beispiel müssen → musste und können → konnte.
- In der gesprochenen Sprache hört man diese Formen häufig, besonders wenn es um eine Verpflichtung, eine Möglichkeit oder eine Absicht in der Vergangenheit geht.
- Modalverben stehen im Präteritum oft zusammen mit einem anderen Verb im Infinitiv: Ich musste lange arbeiten. oder Wir konnten das Problem lösen.
Beispiele
- Gestern musste ich früh aufstehen. – Ich musste gestern früh aufstehen.
- Er konnte nicht kommen. – Er konnte nicht kommen.
- Wir durften in den Hof gehen. – Wir durften in den Hof gehen.
- Ich sollte die Hausaufgaben machen. – Ich sollte die Hausaufgaben machen.
- Sie wollte Lehrerin werden. – Sie wollte Lehrerin werden.
- Uns schmeckte das Essen nicht. – Wir mochten das Essen nicht.
- Wir mussten nicht lange warten. – Wir mussten nicht lange warten.
- Wir konnten im See schwimmen. – Wir konnten im See schwimmen.
- Man durfte nicht laut sprechen. – Man durfte nicht laut sprechen.
- Sie wollten Ärzte werden. – Sie wollten Ärzte werden.
Zusammenfassung
- Das Präteritum der Modalverben wird auch in der gesprochenen Sprache häufig verwendet.
- Alle Modalverben haben besondere Präteritumformen, die man separat lernen sollte.
- Verneinungen und Fragen funktionieren wie bei anderen Verben, zum Beispiel Konntest du …? oder Musstest du …?
- Häufig steht noch ein weiteres Verb im Infinitiv: musste gehen, konnte arbeiten oder wollte helfen.
Praktische Schritte zum Lernen
- Lernen Sie die sechs Modalverben zunächst in der Reihenfolge musste, konnte, durfte, sollte, wollte, mochte.
- Üben Sie anschließend alle Personen jeder Konjugation.
- Bilden Sie eigene Sätze mit einem weiteren Verb im Infinitiv, zum Beispiel Ich musste arbeiten oder Wir konnten helfen.
- Trainieren Sie auch Fragen und Verneinungen wie Durftest du gehen? und Wir wollten nicht warten.